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Umwelt & Verkehr

CO2-Reduktion als oberstes Ziel

Heute deckt die Zuckerfabrik Aarberg den grössten Teil ihres Energiebedarfs aus Erdgas, einem fossilen Brennstoff. Die Verarbeitung der Rüben im Herbst und des Dicksaftes im Frühling sind sehr energieintensiv.

Während der Rübenkampagne wird die Zuckerfabrik zu 50 Prozent mit Dampf des Holzkraftwerks versorgt; während der Dicksaftkampagne und den Zwischenkampagnen erfolgt eine vollständige Abdeckung mit Dampf und Heisswasser.

Über das gesamte Jahr betrachtet stellt das Holzkraftwerk 60 Prozent des Wärmebedarfs (Dampf / Heisswasser) sicher.
Zu guter Letzt produziert das Kraftwerk Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Dank des Holzkraftwerks kann die Zuckerfabrik ihren Verbrauch an fossilen Brennstoffen um rund 60 Prozent senken. Der CO2-Ausstoss des Aarberger Werks kann dadurch jährlich um rund 14’000 Tonnen reduziert werden.

 

Energiestrategie 2050 des Bundes

Die Energiestrategie 2050 des Bundes sieht einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien und eine wesentliche Steigerung der Energieeffizienz vor. Insbesondere soll die Stromproduktion aus den neuen erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Biomasse (Holz) und Geothermie stark gesteigert werden Durch Energieeffizienzmassnahmen soll der Verbrauch von Gebäuden, Geräten und beim Verkehr reduziert werden.

Ebenso wichtig ist jedoch auch das Erreichen der Klimaziele der Schweiz, die sich verpflichtet hat, bis 2020 den CO2 Ausstoss um 20% gegenüber 1990 zu reduzieren.

Das Holzkraftwerk Aarberg leistet hierzu einen vorbildlichen Beitrag, indem aus Holz erneuerbarer Strom und Wärme hergestellt wird. Die an die Zuckerfabrik gelieferte Wärme führt zu einer CO2 Reduktion von 14’000 Tonnen pro Jahr.

Der erneuerbare Strom von 72’700 MWh pro Jahr wird in das Netz der BKW eingespeist. Dies entspricht etwa dem jährlichen Gesamtverbrauch von 9750 Personen für Wohnen, Freizeit und Arbeit.

Weitere Informationen zur Energiestrategie 2050 finden Sie hier:

 

Nachhaltig befeuert – Holz als Brennstoff

Altholz ist nicht wertlos, sondern kann beispielsweise in einem Holzkraftwerk in nutzbare Energie umgewandelt werden.

Altholz wird üblicherweise in vier Kategorien eingeteilt. Sie reichen von naturbelassenem Holz (Kat. 1, z.B. Möbel aus Massivholz) bis zu Holz, das beispielsweise mit Holzschutzmitteln behandelt ist (Kat. 4, z.B. Fenster, Eisenbahnschwellen oder Gartenmöbel).

Das geplante Holzkraftwerk in Aarberg kann mit sämtlichen Kategorien betrieben werden. Ziel ist es, das Kraftwerk zu 50 Prozent mit Altholz aus der Kategorie 4 und zu 50 Prozent mit Altholz aus den Kategorien 1 bis 3 zu betreiben.
Dank der effizienten Rauchgasreinigung entfällt eine aufwändige Trennung des Altholzes.

 

Mehrverkehr ist vertretbar

Die Versorgung des Holzkraftwerks soll per Lastwagen erfolgen. Der Altholztransport per Bahn wurde von den Projektpartnern eingehend geprüft. Die kurzen Anfuhrwege und die Tatsache, dass bei einem Bahntransport zwei Mal umgeladen werden müsste (per LKW auf die Bahn und anschliessend auf dem Werkgelände von der Bahn auf LKW) machen den Bahntransport ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll.

Damit das Holzkraftwerk betrieben werden kann, sind pro Werktag im Durchschnitt 34 Lastwagenfahrten (inkl. Anlieferung, Entsorgung und Leerfahrten) nötig. Dies entspricht einer Verkehrszunahme von rund 1,5 Prozent im Vergleich zu heute. Der Mehrverkehr durch das Holzkraftwerk ist also minimal.